Es gibt keinen Abstand zwischen uns. Es reichen kleine Gesten, um uns vereint, uns eins zu fühlen. Legen wir davon Zeugnis ab! Die Beispiele sind unzählig und sie sind wie ein kleiner Wald, der wächst. Ohne Lärm, aus reiner Kraft. Nach Lao Zu: "Ein fallender Baum erregt mehr Aufsehen als ein wachsender Wald."

Gemeinschaftliche Ideale für die Welt von heute (Kriyananda)

Swami Kriyananda


Gemeinschaftliche Ideale für die Welt von heute


Aus dem Buch „Stadt des Lichts“ von Swami Kriyananda




Stell dir eine Stadt vor, eine wunderschöne Stadt, die genauso ist, wie eine Stadt der Zukunft sein sollte. In dieser Stadt sind kleine Wohngebiete, ein jedes in einem hübschen Park, damit die Bewohner glücklich sind.



Stell dir wunderschöne Aussichten vor, wohin dein Blick auch fällt: Hügel und Täler in der Ferne, Wiesen, Bäum und Blumen in der Nähe. Stell dir Geschäfte vor, wo das wesentliche Element die Freundschaft ist, wo sich das Personal bemüht, den Kunden etwas zu geben, anstatt von ihnen zu nehmen.



Stell dir Unternehmen vor, in denen die persönlichen Bedürfnisse der Angestellten über der Gewinnmaximierung stehen: Orte, an denen Personen wichtiger sind als Dinge.

Stell dir eine Gemeinschaft von Menschen vor, die froh zusammenwirken, mit Freundlichkeit im Herzen einer für den anderen und für alle weiteren, die sie im Laufe ihres Lebens treffen.



Stell dir eine Stadt vor mit Schulen, wo neben den normalen Unterrichtsfächern das Leben gelehrt wird, wo man lernt, was Erfolg unter menschlichem und nicht nur unter finanziellem Aspekt bedeutet, wo gelehrt wird, den Erfolg anzuziehen, sich zu konzentrieren, Launen zu überwinden, mit anderen einvernehmlich zu leben und glücklich zu sein.

Stell dir einen Ort vor, wo die Menschen ein schlichtes Herz haben, frei sind von egoistischen Beweggründen, wo die Bewohner die Wahrheit und Gott wirklich lieben und sich bemühen, ihn in der gesamten Menschheit zu sehen.

Das alles ist möglich, denn einen solchen Ort gibt es!
Es ist das Ananda’s World Brotherhood in Kalifornien. Dieses Dorf gibt überraschende Einblicke in die Möglichkeiten der Menschheit heutzutage.

Hoffnung auf eine bessere Welt

Aus dem Buch „ Der Pfad“ von Swami Kriyananda


Die Wucht, mit der heute gegen das Ideal der Gemeinschaft vorgegangen wird, ist ausgeprägter als man denkt. Und vor allem Paramhansa Yogananda, seinen Konferenzen, seinen Schriften und der Macht seiner Gedanken gegenüber, die er im Äther verbreitet hatte, […] auf seiner energetischen Konferenz in Beverly Hill, behauptete er ,"nicht nur die Anwesenden, sondern Tausende junge Leute werden die Erde mit kleinen Kolonien bedecken, um der Welt zu zeigen, dass ein einfaches Leben zusammen mit erhabenem Denken zu größtem Glück führt.“ 



"Das Umfeld ist stärker als der Wille", sagte Yogananda. Die Kolonien der weltweiten Brüderlichkeit  sollten seine Absichten begründen: ein der Herausbildung von geistigen Eigenschaften günstiges Ambiente, wo Bescheidenheit, Hingabe, Respekt vor den anderen und gegenseitige Hilfe unter Freunden gedeihen. Wer noch an irdischen Dingen hing und ein besseres Leben erträumte, der hätte in diesem kleinen Gemeinschaften auf dem Fundament der Zusammenarbeit die Hoffnung gefunden, der gesamten Gesellschaft zu beweisen, dass die Menschheit durchaus in der Lage ist, bisher ignorierte und mit viel Abscheu verleugnete Höhen der geistigen Entwicklung zu erreichen […].

"Die Brüderlichkeit", schrieb Yogananda in seiner ersten Ausgabe seiner Autobiografie  eines yogi, "ist ein Ideal, das man besser am Beispiel als anhand von Worten versteht! Eine kleine, aber harmonische Gruppe, die sich hier bildet, kann auf die Bildung weiterer Gemeinschaften hoffen, die sich in aller Welt den gleichen Idealen verpflichtet fühlen."



In meinem Herzen habe ich oft das freudige Lächeln des Meisters verspürt, da sein Traum von den weltweiten Kolonien der Brüderlichkeit Wirklichkeit geworden war. Sein Segen über Ananda, ein beinahe greifbarer Anhauch von Frieden, wird von allen wahrgenommen, die uns besuchen. […] Tausende von Personen finden im Beispiel von Ananda die Inspiration und den Leitfaden für ihr geistiges Leben. In der Tat ist das der Hauptzweck der Gemeinschaften, deren Grundlage geistige Werte sind. […].

Ananda  verbreitet so in zahlreichen Nationen das Gefühl der Zugehörigkeit an eine rein geistige Familie. In schwierigen Zeiten dient sie als Stütze und zum Mut machen, in guten als Inspiration.

Wenn ich  in die grünen Felder von Ananda versinke, in seine Wälder, in sein Hügelland, kommt mir ein Gedicht in den Sinn, das ich schrieb und im legendären Zeitalter des Rama, Herr des Ayodhya-Reiches im antiken Indien ansiedelte, das ein Ort der universalen Harmonie, des Friedens und der Brüderlichkeit war. Auf dass alle Menschen so zu leben lernen, wohin ihr Lebensweg sie auch führen möge. Heute wie damals ist der göttliche Friede nur erreichbar, wenn der Mensch Gott und seine geistigen Werte an die erste Stelle in seinem Leben setzt. Juni in Ayodhya:
Höre! Juni, flüstere rausche sanft in der Luft, und aus dem Reich des Rama, Ayodhya, hebt sich ein sich ein Gesang auf den Frieden empor. Die Diener beugen den schweren Kopf in den Wind, geduldig auf die Mahd warten.

Die Menschenherzen vibrieren von dieser vollkommenen Kraft, die über jeder Hürde lächelt, nachdem der alte Hass begraben wurde und sie sich jetzt nur noch von Liebe ernähren. Die Worte der Frauen sind süß und gutmütig, die Kinder antworten demütig, sogar die Männer scheinen Hirschkälber zu sein, ruhig, sanftmütig und respektvoll. Eine solche Harmonie fließt überall dort, wo Menschen dankbaren Herzens ihr Werk Gott widmen. Die Brüderlichkeit braucht nicht von Gesetzes wegen verordnet werden, es bedarf keiner Parlamente. Der wirkliche Friede wohnt demjenigen inne, der in Gottes Nähe ist.   



Mir zum Beispiel ist es eine Freude gewesen, an der Theke zwei Unbekannten einen Kaffee zu bezahlen. Dem Barmann sagte ich, er solle einfach die Nachricht überbringen, „jemand habe heute den Wunsch gehabt, mit dem Kaffee einen schönen guten Tag zu wünschen“ oder aber ein Geldstück für die Parkuhr an den Autofahrer zu verschenken, der kein Kleingeld bei sich hatte oder ganz einfach zwei Flaschen kühles Mineralwasser für die Arbeiter zu kaufen, die unter der glühenden Sonne Unkraut in einem Beet jäteten.
Verlängern wir also diese Liste der kleinen Gefälligkeiten und niemand wird sich mehr einsam fühlen…!